Drehbuchformat: Szenenüberschriften, Ränder und Einzüge
Courier 12 Punkt, 1,5 Zoll linker Rand, feste Dialogspalte. Alle Maße des Drehbuchformats und der Grund für jede Regel.
Das Drehbuchformat ist keine Verzierung, sondern eine Maßeinheit. Eine korrekt formatierte Seite entspricht etwa einer Minute Leinwandzeit. Wenn ein Produzent ein Drehbuch in der Hand wiegt und die Laufzeit schätzt, ist das kein Kunststück — es funktioniert wegen Courier 12 Punkt und fester Ränder. Ein Drehbuch, das das Format bricht, verrät schon auf Seite eins, dass der Autor das Handwerk nicht kennt.
Die folgenden Maße stammen aus Final Drafts eigenem Leitfaden und der gängigen Branchenpraxis. Alle sind in Movrito bereits eingebaut.
Papier, Schrift und Ränder
Über die Schrift wird nicht diskutiert: Courier, 12 Punkt. Der Grund ist Arithmetik, nicht Geschmack — in einer dicktengleichen Schrift fasst jede Zeile gleich viele Zeichen, und erst das macht das Verhältnis Seite zu Minute möglich.
| Maß | Wert | Warum |
|---|---|---|
| Oberer Rand | 1 Zoll | Die Seitenzahl sitzt darin |
| Unterer Rand | 1 Zoll | Platz für Fortsetzungsmarken |
| Rechter Rand | 1 Zoll | — |
| Linker Rand | 1,5 Zoll | Lässt Platz für die Heftlochung |
Der breitere linke Rand ist das Detail, das am häufigsten übersehen wird. In den USA ist US Letter Standard, in Europa A4; die Regel „eine Seite, eine Minute“ wurde auf Letter gerechnet, ein A4-Drehbuch kommt also auf etwas weniger Seiten.
Die Szenenüberschrift
Eine Szenenüberschrift nennt drei Dinge in dieser Reihenfolge: innen oder außen, wo, wann. Großbuchstaben, linksbündig.
TAG und NACHT leisten die Hauptarbeit. Feinere Angaben wie MORGEN oder DÄMMERUNG gehören nur hinein, wenn das Licht wirklich zählt — diese Zeile fließt direkt in den Drehplan.
Die Handlung
Handlung beginnt am linken Rand und läuft bis zum rechten Rand des Textblocks. Im Präsens und nur über das, was die Kamera sehen kann. Was eine Figur denkt, gehört nicht hierher — es lässt sich nicht fotografieren. Beim ersten Auftritt steht der Figurenname in Großbuchstaben.
Figur, Regieanweisung, Dialog
Ein Sprechblock hat drei Teile, jeder mit eigener Spalte. Die Werte messen ab dem linken Seitenrand:
| Element | Von links | Breite |
|---|---|---|
| Figurenname | 3,7 in | — |
| Regieanweisung | 3,1 in | 2,0 in |
| Dialog | 2,5 in | 3,5 in |
Die Breite der Dialogspalte ist fest. Leitet man sie aus den Rändern ab, bricht ein Wechsel des Papierformats jede Replik neu um und die Seitenzahl verschiebt sich.
Figuren-Zusätze
(V.O.)— Voice-over. Ein Erzähler oder eine innere Stimme ohne physische Quelle in der Szene.(O.S.)— Off-Screen. Die Person ist in diesem Raum, aber nicht im Bild.(CONT'D)— Dieselbe Figur spricht nach einer Handlungszeile weiter.
Übergänge
Übergänge stehen in Großbuchstaben und rechtsbündig. Die auf „TO“ enden, bekommen einen Doppelpunkt, die auf „OUT“ enden einen Punkt: CUT TO:, DISSOLVE TO:, FADE OUT.
Eine Warnung: Alle Quellen sind sich einig, dass weniger Übergänge besser sind. CUT TO: gilt heute als überflüssig, denn eine neue Szenenüberschrift bedeutet bereits einen Schnitt. Final Drafts eigener Blog schreibt, dass Profis es schlicht weglassen.
Seitenzahlen und Titelblatt
Die erste Seite trägt keine Nummer. Ab Seite zwei steht die Zahl oben rechts, einen halben Zoll vom oberen Rand, gefolgt von einem Punkt: 2.
Halte das Titelblatt schlicht: Titel zentriert, darunter der Name des Autors, Kontaktdaten unten links. Keine Seitenzahl.
Die fünf häufigsten Fehler
- Ein linker Rand von einem Zoll. Er muss 1,5 betragen; die Heftreserve ist ein echter Bedarf.
- Die Dialogspalte mit dem Papier dehnen. Die Spalte ist fest, die Seitenzahl hängt daran.
- CUT TO: zwischen jeder Szene. Füllt die Seite, sagt nichts.
- Die erste Seite nummerieren. Nicht Standard.
- Das Unsichtbare in die Handlung schreiben. Gedanken lassen sich nicht filmen.
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All diese Regeln sind schon eingebaut. Läuft im Browser, nichts zu installieren.
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